Perspektiven

Rückblick Utility Summit 2026: Welche Weichen stellen Energieversorger heute für 2036?

Geschrieben von Blog Author | 23. Oktober 2026

Wie eigenständig werden Stadtwerke 2036 noch sein? Welche Aufgaben übernehmen sie gemeinsam mit Partnern? Und wie verändern KI, neue Kundenanforderungen und der Fachkräftemangel ihre Arbeit? Beim Wilken Utility Summit 2026 diskutierten rund 200 Teilnehmende aus Energiewirtschaft, Technologie und Beratung über die Zukunft der Branche – von strategischen Entscheidungen bis zu konkreten Anwendungen.

Zum Auftakt des Summits am 8. Oktober in Ulm stellte Tobias Mann, Chief Customer Officer der Wilken Software Group, drei Begriffe in den Mittelpunkt: Fokus, Mut und Mannschaft. Fokus auf die eigenen Stärken und Prioritäten, Mut zu Entscheidungen auch unter Unsicherheit und das Zusammenspiel von Menschen, Kompetenzen und Führung. Diese Gedanken bildeten den roten Faden für den Veranstaltungstag.

Stabil bleiben, wenn alles in Bewegung ist

Wie bleiben Teams unter hohem Veränderungsdruck handlungsfähig? Sportpsychologin Chiara Behrens de Luna, die unter anderem die deutsche U17-Fußballnationalmannschaft begleitet hat, zeigte anhand ihrer Erfahrungen aus dem Profifußball, welche Rolle Selbstführung, klare Kommunikation und der Umgang mit Unsicherheit spielen.

Ein zentrales Konzept ihrer Keynote war der „Circle of Control“: Wer sich auf die Dinge konzentriert, die sich selbst beeinflussen lassen, gewinnt Klarheit und Handlungsspielraum. Gerade für Führungskräfte in der Energiewirtschaft, die mit zahlreichen äußeren Veränderungen umgehen müssen, bietet dieser Ansatz eine hilfreiche Orientierung.


Die Keynote beleuchtete, warum Unsicherheit eine natürliche Reaktion auf Veränderung ist und wie wir konstruktiv mit ihr umgehen können. Quelle: MOZWO/Wilken GmbH.

Stadtwerke 2036: Wie eigenständig bleibt die Branche?

Wie verdienen Stadtwerke künftig ihr Geld? Welche Aufgaben übernehmen sie selbst, welche gemeinsam mit Partnern? Und welche Rolle spielen KI und neue Kundenbeziehungen? Darüber diskutierten Fachleute aus Energiewirtschaft, Beratung, Technologie und Wissenschaft. Moderiert wurde die Podiumsdiskussion von Matthias Mett, Digitalisierungsexperte, Podcaster und Mitgründer der Lübecker make better GmbH.

Deutlich wurde, dass strategische Fokussierung und Kooperationen an Bedeutung gewinnen. Stadtwerke müssen entscheiden, welche Kompetenzen sie selbst aufbauen und wo gemeinsame Dienstleistungen sinnvoll sind. Bernd Reichelt zeigte am Beispiel der Stadtwerke SH, einem Verbund der Stadtwerke Rendsburg, Eckernförde und Schleswig, wie sich operative Aufgaben in einer gemeinsamen Gesellschaft bündeln lassen, während die beteiligten Stadtwerke ihre Eigenständigkeit und regionale Verankerung bewahren.

Auch KI war ein zentrales Thema: Geeignete Daten, durchgängig gestaltete Prozesse und entsprechende Kompetenzen im Team sind die Voraussetzungen, um Abläufe zu automatisieren und Mitarbeitende zu entlasten.

Zum Abschluss richtete Matthias Mett den Blick auf die nächsten 18 Monate. Die wichtigsten anstehenden Entscheidungen reichten aus Sicht der Diskussionsrunde von strategischer Fokussierung und Prozessoptimierung bis zur Weiterentwicklung der Unternehmenskultur und dem Einstieg in KI-Anwendungen.

Wie die Branche ihre Ausgangslage einschätzt, zeigt die gemeinsam mit energate durchgeführte Umfrage „Realitätscheck 2026: IT in der Energiewirtschaft“. Lesen Sie dazu den Artikel Vom Versorger von heute zum Energieunternehmen von morgen.


Über Geschäftsmodelle, Kooperationen, Regulierung, KI und die Zukunft der Stadtwerke diskutierten von links: Zoran Petrovic (CONUTI), Bernd Reichelt (Stadtwerke SH), Dr. Tanja Utescher-Dabitz (BDEW), Moderator Matthias Mett (make better), Thomas Deeg (Stadtwerke Schwäbisch Hall), Prof. Dr. Dietmar Graeber (Technische Hochschule Ulm) und Sven Garrels (Kearney). Quelle: MOZWO/Wilken GmbH.

Alleine gewinnen ist schwer

Warum Zusammenarbeit für die Zukunft der Energiewirtschaft entscheidend wird, erläuterte Dominik Schwärzel, CEO der Wilken Software Group, in seinem Inspiration Talk. Er übertrug Prinzipien erfolgreicher Mannschaften auf Unternehmen: Klare Rollen, abgestimmte Prozesse, Disziplin und gemeinsame Ziele bilden die Grundlage für funktionierende Zusammenarbeit.

Entscheidend sei, sich auf die eigenen Stärken zu konzentrieren und gezielt mit spezialisierten Partnern zusammenzuarbeiten. Das erfordere Vertrauen, Transparenz und die Bereitschaft, voneinander zu lernen.

Wie sich dieser Ansatz technologisch umsetzen lässt, zeigte Schwärzel anhand der Lösungsplattform GY und des Wilken Partner-Ökosystems. Ziel ist es, energiewirtschaftliche Kernprozesse und Partnerlösungen durchgängig zu verbinden und die Verantwortung für ihr Zusammenspiel zentral zu übernehmen.


Ecosystem Labs:
Von der Vision in die Praxis

Fünf Partner, fünf interaktive Labs und konkrete Aufgaben aus der Energiewirtschaft: Die Teilnehmenden erlebten, wie sich Prozesse vereinfachen, Systeme verbinden und neue Technologien einsetzen lassen.

CONUTIKI-Agenten im Kundenservice

Einen eigenen KI-Agenten entwickeln und anschließend live anrufen: Im Lab ging es darum, wie KI-Agenten Kundenanliegen wie eine Abschlagsänderung selbstständig bearbeiten können.

endiosVom Zählerstand zur #Kundenliebe

Wie wird aus einer App ein Mehrwert für Stadtwerke und ihre Kundschaft? endios zeigte, wie Kundenanwendungen mit Wilken Systemen verbunden werden und Informationen durchgängig verfügbar sind.


Patrick Peper von endios zeigte, wie digitale Kundenanwendungen mit den energiewirtschaftlichen Kernsystemen von Wilken zusammenspielen. Quelle: MOZWO/Wilken GmbH.

epilotVom Tarif zum Vertrag

Im „Kölschen Büdchen“ ging es um die Customer Journey: Gemeinsam identifizierten die Teilnehmenden Verbesserungspotenziale in Netz- und Vertriebsprozessen und erarbeiteten, wie eine nahtlose ERP-Integration Kundenprozesse beschleunigen kann.


Köln zu Gast in Ulm: Im „Kölschen Büdchen“ stand die Customer Journey im Mittelpunkt. Quelle: MOZWO/Wilken GmbH.

IVU InformationssystemeSteuern in der Niederspannung

Ein Netzengpass, mehrere Handlungsoptionen und die Frage: Bleibt das Netz stabil? Ein interaktives Exit Game zeigte, wie Entscheidungen im Netzbetrieb zusammenhängen und digitale Lösungen bei der Steuerung unterstützen.

KISTERSVom Liefervertrag bis zur Beschaffung

Wie beeinflusst Geschwindigkeit den Vertriebserfolg? Im Stil der TV-Show „Geh aufs Ganze“ aus den 1990er-Jahren erkundeten die Teilnehmenden die Prozesskette vom Liefervertrag bis zur Energiebeschaffung und das Zusammenspiel der beteiligten Systeme.


Markus Probst, Leiter des Geschäftsbereichs Energie bei KISTERS, im Austausch mit den Teilnehmenden. Quelle: MOZWO/Wilken GmbH.

Menschen gewinnen, halten und begeistern

Employer-Branding-Experte Jörg Schleburg ging der Frage nach, wie Stadtwerke angesichts des Fachkräftemangels und veränderter Kompetenzanforderungen Mitarbeitende gewinnen und langfristig binden können. Seine zentrale Botschaft: „Talente setzen nicht auf gute Werbung, sondern auf gute Arbeitgeber.“ Unternehmen sollten deshalb zunächst verstehen, warum sich Mitarbeitende für sie entscheiden und weshalb sie bleiben. Diese Erkenntnisse bilden die Grundlage für eine Arbeitgebermarke, die auch im Arbeitsalltag trägt.


Jörg Schleburg zeigte, warum eine starke Arbeitgebermarke bei Führung, Unternehmenskultur und der Einbindung der Mitarbeitenden beginnt. Quelle: MOZWO/Wilken GmbH.

Das Networking macht den Unterschied

Vom Warm-up am Vorabend über die Gespräche zwischen den Vorträgen und in den Ecosystem Labs bis zur Abendveranstaltung in der ratiopharm arena bot der Utility Summit zahlreiche Gelegenheiten, Erfahrungen auszutauschen und Kontakte zu knüpfen.

Gerade der persönliche Dialog zwischen Energieversorgern, Technologieunternehmen und Beratungspartnern eröffnete neue Perspektiven und Anknüpfungspunkte für die weitere Zusammenarbeit.


Mit dem Teambus des Basketball-Bundesligisten ratiopharm ulm ging es zur Abendveranstaltung.

Auch beim gemeinsamen Abendprogramm blieb Raum für persönliche Gespräche.

Erfahrungen teilen und neue Kontakte knüpfen: Der Austausch setzte sich bei der Abendveranstaltung fort.


Fotos: MOZWO/Wilken GmbH.

Noch mehr Einblicke in die Diskussionen und die wichtigsten Erkenntnisse des Utility Summit 2026 finden Sie in unserer ausführlichen Presseinformation.

Utility Summit 2027: Sind Sie dabei?

Auch beim nächsten Utility Summit möchten wir die Menschen zusammenbringen, die die Energiewirtschaft weiterentwickeln: mit neuen Perspektiven, konkreten Praxisbeispielen und viel Raum für den persönlichen Austausch.

Die Early-Bird-Anmeldung ist bereits möglich. Sichern Sie sich Ihre Teilnahme und seien Sie beim nächsten Mal dabei!

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