Für Stadtwerke hat längst eine neue Phase der Digitalisierung begonnen: Verbraucherinnen und Verbraucher betreiben Photovoltaikanlagen und treten als „Prosumer“ auf. Sie interessieren sich für Speicherlösungen und dynamische Tarife und erwarten gleichzeitig, Anliegen mit ihrem Versorger unkompliziert klären zu können: per App, über Portale oder gar als automatisierte Services.
Was aus Verbrauchersicht möglichst einfach funktionieren sollte, stellt sich für Stadtwerke in vielen Fällen als hoch komplex dar: Ihre Prozesslandschaft vom Kundenservice über Abrechnung, Messwesen, Marktkommunikation und Smart Metering bis hin zu neuen datenbasierten Geschäftsmodellen ist zunehmend verteilt, muss aber dennoch reibungslos zusammenspielen. Darüber hinaus müssen regulatorische Anforderungen umgesetzt und Stabilität gewährleistet werden. Fehlende Fachkräfte, verlorenes Wissen – etwa durch Renteneintritte – sowie ein hoher Zeitdruck bei der Einarbeitung neuer Kolleginnen und Kollegen verschärfen die Situation im operativen Alltag zusätzlich.
Um moderne Prozesslandschaften beherrschbar zu machen, stehen IT-Anbieter in der Verantwortung, fachlich vorgedachte, technisch integrierte und sicher betriebene Prozessketten bereitzustellen. Damit verschiebt sich die Herangehensweise weg von der rein technischen Verbindung einzelner Tools durch punktuelle Schnittstellen, hin zu schlüsselfertiger und orchestrierter End-to-End-Integration mit klarer Verantwortung für Funktion und Stabilität über Systemgrenzen hinweg.
Die Wilken Software Group greift diesen Ansatz mit ihrer Lösungsplattform GY auf. Im Mittelpunkt steht das Ziel, fachliche Funktionen entlang aller beteiligten Geschäftsprozesse zu gewährleisten, statt interne Systemstrukturen technisch großflächig nach außen zu öffnen.
Technische Grundlage dafür ist der Integration Layer innerhalb der Lösungsplattform GY. Er verbindet Anwendungen, Partnerlösungen und energiewirtschaftliche Kernsysteme nicht über einzelne Punkt-zu-Punkt-Schnittstellen, sondern über eine kontrollierte Integrations- und Orchestrierungsschicht.
Beispielsweise stellt die Lösungsplattform im Zusammenspiel mit Kundenportalen, KI oder anderen Partnersystemen ausschließlich die im jeweiligen Nutzungskontext benötigten Funktionen und Informationenkontrolliert zur Verfügung, etwa den fachlichen Zusammenhang zwischen Person, Vertrag, Verbrauch, Tarif und Rechnung. So werden alle Abläufe zentral durch die Lösungsplattform orchestriert.
Für Stadtwerke liegt darin ein zentraler Mehrwert: Sie müssen das Zusammenspiel zwischen Portal, Partnerlösung, Abrechnung, Messwesen oder Marktkommunikation nicht als Integrationsprojekt herstellen, betreiben und bei veränderten Anforderungen aufwändig nachjustieren.
Stattdessen wird die Prozessverantwortung in die bereitgestellte Lösungsplattform verlagert. Der IT-Anbieter denkt Fachprozesse vor, sichert sie ab und stellt sie standardisiert über die Lösungsplattform GY bereit. Seine Verantwortung endet nicht an einer Schnittstelle, sondern umfasst die gesamte Prozesskette.
Ändert eine Kundin im Online-Portal ihre Rechnungsadresse, wirkt dies für sie wie ein einfacher Vorgang. Im Hintergrund sind bei den meisten energiewirtschaftlichen Vorgängen jedoch diverse Systeme inklusive Vertrags- und Abrechnungssystem betroffen. Sie müssen die Änderung übernehmen und in die jeweiligen Folgeprozesse einordnen.
Um Prozesszustände über verteilte Systeme hinweg konsistent und stets nachvollziehbar zu halten, verbindet GY fachliche Services mit ereignisbasierter Kommunikation: Anwendungen stoßen in der Lösungsplattform Vorgänge an und erhalten relevante Statusänderungen, Verarbeitungsergebnisse und fachliche Ereignisse zurück.
Die Lösungsplattform kompensiert damit typische Herausforderungen verteilter Systemlandschaften. Sie ermöglicht es, Prozesse auch dann stabil fortzuführen, wenn einzelne Hintergrundsysteme temporär nicht verfügbar sind oder Änderungen asynchron verarbeitet werden. Für Anwenderinnen und Anwender darf die verteilte Verarbeitung im Hintergrund keine zusätzliche Komplexität erzeugen.
Wenn Portale und Partnerlösungen über die Lösungsplattform Vorgänge auslösen und Prozessinformationen zurückerhalten, stellt sich unmittelbar die Frage, wie in diesem Zusammenspiel Sicherheit bei gleichzeitig hoher Verfügbarkeit gewährleistet wird.
GY verfolgt bei der Bereitstellung von Funktionen und Informationen einen domänenorientierten Ansatz. Anwendungen arbeiten nicht mit internen Datenmodellen der Kernsysteme, sondern über die Lösungsplattform mit fachlich definierten Funktionen innerhalb klarer, lokal gehaltener Nutzungskontexte. Dadurch wird bereits auf architektonischer Ebene festgelegt, welche Informationen und Funktionen für einen bestimmten Anwendungsfall überhaupt verfügbar sind. Sicherheit entsteht somit nicht wie in traditionellen Integrationsszenarien durch Rollen- und Berechtigungskonzepte, sondern durch die fachliche Gestaltung der bereitgestellten Services.
Diese Architektur trägt auch zur Verfügbarkeit bei: Weil Anwendungen nicht direkt von einzelnen Kernsystemen abhängig sind, können Verarbeitungsschritte zeitversetzt erfolgen, ohne dass Informationen verloren gehen oder manuelle Nacharbeiten erforderlich werden.
Die digitale Kundenschnittstelle bleibt dadurch handlungsfähig, während die Plattform im Hintergrund unterschiedliche Systeme und Prozesszustände stabil zusammenführt.
End-to-End Integration mit der Wilken Lösungsplattform: GY verbindet verteilte Systeme, Anwendungen und Partnerlösungen zu durchgängigen Geschäftsprozessen.
Dieselbe Architektur schafft zugleich die Voraussetzungen für den produktiven Einsatz von KI. Denn moderne KI-Systeme benötigen klar beschriebene Geschäftsfunktionen, nachvollziehbare Prozesszustände und eindeutig definierte fachliche Kontexte. In der Energiewirtschaft ist das besonders wichtig, weil fachliche Zusammenhänge häufig über mehrere Systeme verteilt sind. Eine KI muss nicht wissen, wie ein Abschlag intern im Abrechnungssystem abgebildet ist. Sie muss aber einordnen können, zu welcher Person, welchem Vertrag, welchem Verbrauch und welchem Tarif er gehört – und in welchem Prozesszustand sich ein Vorgang befindet.
GY stellt diese Zusammenhänge über den Integration Layer kontrolliert auf Plattformebene bereit. KI wird damit nicht als zusätzliches Werkzeug neben einzelne Fachsysteme gestellt, sondern in das orchestrierte Zusammenspiel der Anwendungen eingebunden. So kann sie Anfragen einordnen, Prozessschritte vorbereiten und Mitarbeitende entlasten, ohne neue Einzellösungen oder zusätzliche Schnittstellenkomplexität zu schaffen.
Für Stadtwerke entscheidet das Zusammenspiel innerhalb der IT-Landschaft zunehmend darüber, wie die nächste Phase der Digitalisierung gestaltet werden kann. Die Herausforderung entsteht dort, wo Integration, Sicherheit, Verfügbarkeit, AI Governance und kontinuierliche Weiterentwicklung dauerhaft beherrschbar bleiben müssen.
Die schlüsselfertige End-to-End-Integration in GY fokussiert sich daher auf die kontrollierte Abbildung vollständiger Geschäftsprozesse über eine verteilte Systemlandschaft hinweg.
Der Mehrwert für Stadtwerke geht dabei weit über die Integration von Systemen hinaus und umfasst die Verantwortung des IT-Anbieters für das Zusammenspiel der gesamten Prozesskette – von der digitalen Kundenschnittstelle über Partnerlösungen bis hin zur Verarbeitung im energiewirtschaftlichen Kernsystem. Denn aus Sicht der Verbraucherinnen und Verbraucher zählt am Ende, dass ihr Anliegen einfach, zuverlässig und jederzeit bearbeitet wird.